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Das Dorf WIETERSHEIM und seine Geschichte PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator   
Dienstag, den 26. Oktober 2010 um 09:56 Uhr
denkmal

Erste Kunde vom Vorhandensein von Menschen auf dem Boden des heutigen Wietersheim geben uns mehrere allseitig geschliffene Gerate aus Felsgestein, nach ihrer Form benannte Schuhleistenkeile und Flachbeile.

Sie wurden auf dem Lößboden am "Wietersheimer Turm" gefunden und stammen von Bandkeramikern, den nach den bandförmigen Verzierungen ihrer Tongefäße benannten ersten Bauern Europas. zu Beginn der Jungsteinzeit.

Im „Schoppenbarg“, der Erhebung im äußersten Südwesten der Weser, hat man Urnen aus der Broncezeit gefunden, und Siedlungsfunde im „Öxterfeld" und im Ortsteil „Auf dem Sande" führen in die ersten Jahrhunderte n. Chr., also über die Zeit der Kämpfe mit den Römern hinaus.

Von einem Dorf Wietersheim hören wir aber erst in 13. Jahrhundert. In einer Urkunde, ausgestellt um 1233, bekundet das Kapitel des Klosters Obernkirchen, dass Reinhard von Wietersen und sein Bruder der Nonne Hildegunis eine halbe Hufe Land verkauft haben. Diese Wietersen, im Plattdeutschen immer noch Wietsen genant, ist unser heutiges Wietersheim. Seine neue und aktuelle Namensform hat es erst seit dem 16. Jahrhundert.

Die Höfe des in der Obernkirchener Urkunde genannten Dorfes Wietersen liegen im alten Ortskern, im '„Unterdorf". Eine alte Karte mit der „Feldflur des Dorfes Wietersheim nach der Uraufnahme des Katasters 1928-30“ zeigt uns nordöstlich des Ortskernes eine große Ackerfläche, deren eschartige Langstreifenaufteilung sie als ganz altes Feldland ausweist. Die meisten der einzelnen Flächen damals größtenteils zu den Höfen Nr.1, Schönbeck Volkening); Nr.2, Müsing (Neiing); Nr.3, Klöpper (Blierke); und Nr.4, Pöhler ( Beuing). Diese Höfe, hier noch mit den alten Hausnummern bezeichnet, sind Meierhöfe. Sie liegen alle in einer Reihe auf dem Abhang zwischen Dorfstraße und dem Bach Schnedicke. Sie sind die alten Höfe des Dorfes Wietersheim. Die alte Karte sagt noch mehr aus: Die auf ihr dargestellte Gemarkung des Dorfes Wietersheim wird noch durch Heideflächen und Waldstücke der „Gemeinheit" gegen die Nachbardörfer abgegrenzt, abgesehen von der Weser, die die Westgrenze bildet.

Inmitten der Gemarkung liegen aber - ausser dem schon beschriebenen Feldland der alten Wietersheimer Höfe im Unterdorf - noch zwei weitere, voneinander durch andere „Gemeinheiten" deutlich abgegrenzte weitere Flurteile, ebenfalls mit zusammenhängendem Feldland in alter Landstreifenform. Sie heißen „Schaffeld" und „Öxterfeld“. Das Schaffeld liegt im Südwesten der Wietersheimer Gemarkung. Unter den Besitzern seiner Acker heben sich durch große Anteile und regelmäßigen Wechsel der Flächen die Hofeigentümer Nr.5, Schjildmeier (Prange); Nr.9, Watermann (Bockmeier); Nr.11, Pöhler (Dierbach) und der nicht mehr vorhandene Hof Nr.6 hervor. Es sind die Bauer des kleinen Dorfes Scapefelden, das erstmals in einer undatierten Urkunde des Mindener Bischofs Withelo aus den Jahren 1097-1120 genannt worden ist. Sie haben zu einer nicht mehr bekannten Zeit ihr Dorf verlassen und sich mit neuen Hofplätzen teils zwischen die genannten alten Höfe in wietersen geschoben, teils - wie die beiden Hofnummern 9 und 11 - nach Süden hin im „Oberdorf" angesiedelt.

Unmittelbar an sie angrenzend müssen dann nicht lange später die „Öxter-Bauern“, wie sie noch 1776 im Kirchenstuhl-Register der Pfarrei Frille genannt werden, ihre Höfe im „Oberdorf" aufgebaut haben. Es sind die Bauern mit den Hofnummern 8, Rösener (Räusening); Nrl6, Franken, heute nicht mehr vorhanden; Nr.17, Schäkel (Briemeier); und Nr. 18, Schäkel (Warkmester). Sie waren die Bauer des kleinen Dorfes, das erstmals unter dem Namen Outirssin in einer Urkunde Bischof Konrads aus der Zeit zwischen 1218 und 1226 erwähnt wird und später Ochtersen und dann Öxten heißt. Die vier Höfe lagen im „Öxterfeld" im Südosten der Gmarkung der jetzigen Ortschaft Wietersheim, ostwärts der Kreisstraße nach Minden. Ihre Äcker liegen auf altem Feldland mit Langstreifenform, dessen Teile „Lange Äcker", „Öxter Feld" und „Vor den Höfen" heißen. Der letzt genannte Flurname gab den Hinweis auf den Platz des früheren Dorfes, wo man mittelalterliche Siedlungsscherben in großer Zahl finden konnte. Wann die beiden Dörfer, deren Entstehung ihrem Namen nach auch in die Zeit etwa des 5. Jahrhunderts fällt, von ihren Bauern aufgegeben und wüst geworden sind, hat sich nicht feststellen lassen. Es dürfte aber bis Ende des 14. Jahrhunderts geschehen sein.

Die Gründe für die Umsiedlung dürften bei der Gutsherrschaft, den Herren von Wietersen und ihren Nachfolgern, den Komturen der Johanniterritter, liegen.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 26. Oktober 2010 um 10:06 Uhr
 


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